Viele beklagen sich darüber, dass ungarische Jugendliche keine Möglichkeit zur kultivierten, niveauvollen Unterhaltung haben. Gutgesinnte Jugendliche finden anspruchloses, verkommenes Verhalten, welches für die Unterhaltungsorte charakteristisch ist, abstößend. Es ist kein Wunder, wenn viele lieber zu Hause bleiben. So ist es aber schwierig, neue Leute kennenzulernen, neue Verbindungen herzustellen. Der Mensch ist nicht nur ein geselliges, sondern auch ein gemeinschaftliches Wesen. Wir haben Anspruch darauf, unsere Freizeit in guter Gesellschaft, angenehm zu verbringen.
Die MNA Gruppe "Szent László" von Raab und die traditionspflegende Gemeinschaft von Szőlőhegy beschloss, eine Möglichkeit für die kultivierte gemeinschaftliche Unterhaltung zu schaffen. Und zwar im Geiste unserer ungarischen Traditionen und die Feste des Jahres berücksichtigend.
Das erste Programm war der Ball zur Faschingszeit, dessen Erfolg einen dazu bewegte, den Ball zu Ostern zu veranstalten.
In der kurzen Eröffnungsrede ging es um die Bedeutung von Ostern und den Platz von Ostern, den sie im Jahr einnimmt. Danach kam die Volkstanzaufführung. Zuerst führten die örtlichen Jugendlichen ihren Burschentanz auf, den sie extra für diese Veranstaltung geübt haben, dann konnten die Gäste Tänze von der Region der Raab bewundern. Danach konnte jeder tanzen, wer wollte, denn es folgte die Schulung von Csángó-Tänzen. Mehrere Tanzarten wechselten einander. Die gute Stimmung war bereits gesichert. Später konnten sich die Teilnehmer im Csardas-Tanz, dann im "Verbunk" üben. Nicht nur der Tanz und die gute ungarische Musik sorgten für die Unterhaltung, aber auch frohe völkische Spiele ließen die Stimmung steigern. Freilich blieb auch das Singen nicht aus. Wunderschöne ungarische Volkslieder erklangen.
Die rot gewordenen, lächelnden Gesichter zeigten, dass man sich auch kultiviert und gutgelaunt auf ungarische Art unterhalten kann.



Man braucht sich also nicht zu beklagen, sondern handeln.
Der ungarische Kulturschatz gehört nicht in die Museen. Wenn wir sie nicht beleben, stirbt sie ab. Und es gehen mit ihr auch Erfahrungen von Jahrtausenden verloren. Wenn wir aber unsere Kultur erleben, nicht nur wir beleben sie, sondern sie belebt uns auch. Und wir fühlen uns inzwischen sehr gut...
László Habara – Jövőnk.info
Übersetzung: Krisztián Németh – Jövőnk.info


